LEITBILD

Ziele der Gesellschaft
Die DGAP sieht sich in der Tradition von Philosophen wie Husserl, Heidegger, Sartre, Merleau-Ponty und von Psychiatern/Psychotherapeuten wie Jaspers, Minkowski, Binswanger, von Gebsattel, Straus, Tellenbach, Wyss oder Blankenburg. Ihr Anliegen ist es, phänomenologische Ansätze in Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie zu fördern und weiterzuentwickeln.

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Geschichtliches
Die Gesellschaft geht zurück auf die 1983 von Prof. Wilhelm Josef Revers, Prof. Hubertus Tellenbach und Prof. Dieter Wyss gegründete “Deutsche Gesellschaft für anthropologische und dasseinsanalytische Medizin, Psychologie und Psychotherapie ” (DGA). Ihr Sitz war bis 2012 in Würzburg; Vorsitzende waren zunächst Prof. Wyss, dann Prof. Hermann Lang und ist heute Heidelberg mit  Prof. Thomas Fuchs als Vorsitzendem.
2013 wurde die Gesellschaft unter ihrem jetzigen Namen als DGAP neu gegründet und verlegte ihren Sitz nach Heidelberg, wo sie nun organisatorisch der Sektion “Phänomenolgische Psychopathologie” (Leitung Prof. Fuchs) an der Psychiatrischen Universitätsklinik zugeordnet ist.

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Grundlagen
Die Phänomenologie kann als die Grundlagenwissenschaft der subjektiven Erfahrung angesehen werden. Sie untersucht ihre zentralen Strukturen, insbesondere Intentionalität, Leiblichkeit, Zeitlichkeit und Intersubjektivität, um so zu Erkenntnissen über die Grundformen menschlichen Erlebens in Gesundheit und Krankheit zu gelangen. Über die Subjekt-/Objekt-Trennung hinausgehend, gilt ihre Aufmerksamkeit dabei dem unauflöslichen Zusammenhang von Subjektivität und Welterfahrung. Für die Psychiatrie bedeutet dies, dass psychisches Kranksein weder als ein rein objektives, im Gehirn lokalisierbares Geschehen angesehen noch einem verborgenen „Innenraum“ des Psychischen zugeschrieben wird. Vielmehr zeigt sich psychische Krankheit im Erleben ebenso wie im leiblichen Erscheinen und Verhalten, in der Zeitlichkeit des Lebensvollzugs, in den Beziehungen zu den anderen, kurz: im gesamten In-der-Welt-Sein des Kranken.

Aufgaben
Zur Förderung ihrer Ziele führt die Gesellschaft unter anderem regelmäßige Kongresse durch, gibt eine phänomenologische Schriftenreihe heraus und bietet über einen Verteiler und Newsletter ein Forum für Kontakte und Kooperationen ihrer Mitglieder. Die DGAP ist offen für alle Interessierten aus den Gebieten der Psychiatrie, Psychologie, Psychotherapie, Philosophie und verwandter Fächer, denen es darum geht, die philosophischen Grundlagen ihrer Tätigkeit zu reflektieren und mit anderen darüber in Austausch zu treten.